Den Schlusspunkt seines symphonischen Schaffens sollte Schostakowitsch mit seiner 15. Symphonie in A-Dur op. 141 setzen. Im geringen Abstand zur 14. Symphonie begann und endete er im Sommer 1971 mit der Arbeit an der fünfzehnten; und nach vielen Jahren schuf Schostakowitsch damit wieder eine rein instrumental besetzte Symphonie. Wenn man von den drei Posaunen und der Tuba absieht, beließ er es bei einem normalen Orchestersatz, der sich allerdings durch einen starken Einsatz der Perkussion auszeichnet.
Mit seinen musikgeschichtlichen und eigenen Werkzitaten wurde das Wesen der fünfzehnten vielfach auf die persönliche Lebenssituation Schostakowitsch bezogen, wie beispielsweise das Zitat der Todesverkündigungsszene aus Wagners Walküre" aus dem zweiten Akt. In ihr verbinden sich Schostakowitschs kompositorische Erfahrungen und Reflexionen über Musikgeschichte. Neben dem Zitat aus der Ouvertüre "Guglielmo Tell" von Rossini verwand Schostakowitsch in allen Sätzen Zwölftonreihen. Dieses kompositorisch genutzte Element kann aber als solches meist nicht vordergründig wahrgenommen werden. Nur stellenweise erscheinen sie als leicht bizarre Klangformationen.
Den ersten Satz in a-Moll (Allegretto) gestaltet Schostakowitsch als freie Sonatenform. Die bereits erwähnten Zitate aus der Ouvertüre "Guglielmo Tell" von Rossini bilden hierbei formal das zweite Thema. Daneben findet in den Satz eine chromatisch ausgestufte Zwölftonreihe Eingang. Durch diese musikalischen Kontraste entsteht immer wieder eine groteske musikalische Situation. Mit einem breiten klageartigen Bläsersatz eröffnet Schostakowitsch den zweiten Satz. Desolate Zustände beschreiben die Soli des Violoncello und der Violine; Attaca führt schließlich ein Übergang in g-Moll zum scherzohaften surreal anmutendem Allegretto. Im Finalsatz unterbricht schicksalhaft das Zitat aus Wagners "Walküre" mit seiner Todesverkündigungsszene. Ein besonders markanter Moment innerhalb des Satzes ist die neuntönige Dissonanz und die anschließende Wendung von a-Moll nach A-Dur. Die abschließende Coda verharrt auf dem Orgelpunkt der Streicher, wobei nur noch rhythmische Perkussion das musikalische Geschehen beschließt.
Die Uraufführung der Symphonie fand am 9. Januar 1972 mit dem Großen Rundfunk-Symphonieorchester der UdSSR unter Leitung des Sohnes Maxim Schostakowitsch statt.
Geboren am 25. September 1906 in St. Petersburg, kam Schostakowitsch schon als Kind mit russischer und deutscher Musik in Berührung. Mit dreizehn Jahren begann er sein Studium (Klavier und Komposition) am Petrograder Konservatorium, das er 1925…