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Jean Sibelius: Symphonie Nr. 5 Es-Dur op. 82

Kaum eine andere Symphonie beschäftigte Sibelius so lange wie seine fünfte. Nahezu sieben Jahre liegen zwischen den ersten Skizzen von 1912 und ihrer endgültigen Form von 1919. Die Uraufführung der ersten Fassung erfolgte an Sibelius 50. Geburtstag am 8. Dezember 1915 mit dem Helsinki Munizipal Orchester unter seiner Leitung. Doch er war mit seinem Werk nicht zufrieden. So arbeitete er an einer weiteren Fassung, die 1916 vorgestellt wurde. Doch auch diese Version unterzog Sibelius einer weiteren und schließlich endgültigen Bearbeitung. 1919 stellte er die endgültige Version fertig. Diese dritte und letzte Fassung ist heute die allgemein gültige. Sibelius Suche nach der richtigen Form dieser Symphonie war nun also endlich erfüllt. Sibelius Bemerkung, daß jede seiner Symphonien einen eigenen Stil habe und daß er dafür sehr viel arbeite, scheint gerade in der fünften mehr als bestätigt zu sein.

Durch die stetigen Umarbeitungen an der Symphonie ergab sich statt einer ursprünglichen viersätzigen Fassung eine dreisätzige. Sibelius verschmolz dabei die beiden ersten Sätze zu einem Doppelsatz. Den Plan diesen nun angewachsenen Satz aus seinem Kontext zu reißen und als eigenständige „Symphonische Fantasie Nr. 1“ herauszugeben, verwarf Sibelius.

Eine thematisch vermittelnde Funktion zwischen dem ersten Satz und dem Finalsatz besitzt der langsame heitere zweite. Das Finale schließlich vereint die Hauptgedanken der Symphonie. Thematisch bedeutsam ist hier das von den Hörnern vorgetragene Motiv, das auch als „Schwanenthema" bezeichnet wird. Dieses läßt sich auf das Motiv der Eingangsmusik von „Schwanenweiß" aus dem Jahre 1908 zurückführen. Aber auch das Naturschauspiel der Zug der Schwäne, hinterließ beim Komponisten starke persönliche Eindrücke und Einflüsse: „nichts in der ganzen Welt, nichts in der Kunst, in der Literatur, auch nicht in der Musik wirkt so sehr auf mich wie diese Schwäne + Kraniche + Wildgänse."

Jean Sibelius

Jean Sibelius gilt als der finnische Nationalkomponist, ein Ruf, den er sich vor allem durch seine Symphonische Dichtung "Finlandia" erwarb. Dieses Werk avancierte in den Zeiten der russischen Unterdrückung zur inoffiziellen finnischen Nationalhymne…

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