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Arvo Pärt

Über die Prinzipien seines musikalischen Schaffens, den sogenannten "Tintinnabuli-Stil" (von lat. Tintinnabulum), hat sich der in Berlin lebende estnische Komponist Arvo Pärt selbst mehrfach grundsätzlich geäußert: "Tintinnabuli, das ist ein erstaunlicher Vorgang - die Flucht in die freiwillige Armut: die heiligen Männer ließen all ihren Reichtum zurück und gingen in die Einöde. So möchte auch der Komponist das ganze Arsenal zurücklassen und sich durch die nackte Einsamkeit retten, bei sich nur das Notwendigste habend - einzig und allein den Dreiklang." Bewusste Reduktion der musikalischen Mittel und Askese sind die Merkmale, mit denen Pärts Stil beschrieben werden kann. Allerdings beschreiben diese Begriffe eher äußerliche Merkmale der Kompositionen und werden ihrer Wirkung auf den Zuhörer damit kaum gerecht. Mit ihrer archaischen Klanglichkeit und den in sich bewegten Dreiklangsflächen vermag die Musik Arvo Pärts den Hörer in tranceähnliche Zustände zu versetzen und kehrt damit auch wirkungsästhetisch zu einem archaischen Musikverständnis zurück. Seit den 80er Jahren konzentriert sich Pärt in seinem Schaffen verstärkt auf sakrale Musik.

geboren 11.09.1935 in Paide (Estland)