Kurtág studierte in Budapest Klavier, Komposition und Kammermusik. Die Kammermusik ist es auch, die ihn am intensivsten beschäftigt. Bis zu seinem Orchesterwerk "Stele" op. 33, das während seines Aufenthalts als Composer-in-residence beim Berliner Philharmonischen Orchester von 1993-95 entstand, schrieb Kurtág ausnahmslos Werke für Soloinstrumente und kleine Ensembles. Diese meist sehr kurzen Stücke lassen die Intention des Komponisten erkennen, mit absichtlich reduzierten Mitteln eine maximale Bandbreite des Ausdrucks zu erzielen. Das Charakteristische von Kurtágs Musik, die in ihrer Kürze und Strenge an Anton Webern, in ihrem Ausdruck aber an Janácek erinnert, ist laut Ulrich Dibelius, eine Vereinigung von "spielerischem Assoziations-Reichtum und dramatischem Affekt, von verhaltener Stille und blühender Vielfarbigkeit." Kurtág gilt heute neben Ligeti als wichtigster zeitgenössischer Komponist Ungarns.
Stand: 2026