Karlheinz Stockhausen (1928–2007) begann seine kompositorische Laufbahn Anfang der 1950er Jahre. Bereits mit seinen ersten Werken der "Punktuellen Musik" wie KREUZSPIEL (1951), SPIEL für Orchester (1952) und KONTRA-PUNKTE (1952/53) erlangte er internationale Berühmtheit. Seither haben viele seiner Kompositionen wesentliche Errungenschaften der Musik nach 1950 geprägt: die "Serielle Musik", die "Punktuelle Musik", die "Elektronische Musik", die "Neue Schlagzeugmusik", die "Variable Musik", die "Neue Klaviermusik", die "Raum-Musik", "Statistische Musik", "Aleatorische Musik", "Live-elektronische Musik"; neue Synthesen von "Musik und Sprache", eines "Musikalischen Theaters", einer "Rituellen Musik", "Szenischen Musik"; die "Gruppen-Komposition", polyphone "Prozess-Komposition", "Moment- Komposition", "Formel-Komposition" bis zur "Multiformalen Komposition"; die Integration ‘gefundener Objekte' (Nationalhymnen, Folklore aller Länder, Kurzwellenereignisse, "Tonszenen", etc.) in einer "Weltmusik" und einer "Universalen Musik"; die Synthese europäischer, afrikanischer, lateinamerikanischer und asiatischer Musik in einer "Telemusik"; die vertikale "Oktophone Musik".
Stockhausens gesamtem Werk ist eine Bestimmung als "geistliche Musik" zu eigen, die nicht nur in Kompositionen mit geistlichen Texten, sondern auch in der "Oberton-Musik", "Intuitiven Musik", "Mantrischen Musik" bis zur "Kosmischen Musik" von STIMMUNG, AUS DEN SIEBEN TAGEN, MANTRA, STERNKLANG, INORI, ATMEN GIBT DAS LEBEN, SIRIUS, LICHT oder KLANG deutlich wird. Nahezu sämtliche Uraufführungen seiner Werke hat Stockhausen selbst dirigiert oder mitgespielt oder als Klangregisseur geleitet und damit zahlreiche modellhafte Aufführungen und Aufnahmen in aller Welt realisiert.
In einem von Stockhausen entworfenen Kugelauditorium wurden während der Weltausstellung Expo'70 in Osaka, Japan, mit 20 Instrumentalisten und Sängern an 183 Tagen 5½ Stunden täglich die meisten der bis 1970 komponierten Werke Stockhausens für über eine Million Zuhörer aufgeführt.
Stockhausen hatte mehrere Gastprofessuren in der Schweiz, in den USA, Finnland, Holland und Dänemark inne. 1971 wurde er zum Professor für Komposition an der Hochschule für Musik Köln, 1996 zum Ehrendoktor der Freien Universität Berlin, 2004 zum Ehrendoktor der Queen's University Belfast ernannt. Er war Mitglied von 12 internationalen Akademien der Künste und Wissenschaften, seit 1988 Ehrenbürger der Gemeinde Kürten sowie Commandeur dans l'ordre des Arts et des Lettres. Er erhielt viele Schallplattenpreise und Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz I. Klasse, den Siemens-Musikpreis, die Picasso-Medaille der UNESCO, den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen, mehrere Musikeditionspreise des Deutschen Musikverlegerverbandes, den BACH-Preis Hamburg, den Kulturpreis Köln und den Polar Music Prize mit der Laudatio: "Karlheinz Stockhausen erhält den Polar Music Prize des Jahres 2001 für die Karriere eines Komponisten, die durch makellose Integrität und nie endende Kreativität gekennzeichnet ist, und dafür, dass er seit 50 Jahren an der vordersten Front der musikalischen Entwicklung gestanden hat."