mphil Logo - zur Startseite

Luigi Boccherini

Gemeinhin gilt ja Joseph Haydn als der Begründer des Streichquartetts und als Vorreiter der Kammermusik der klassischen Epoche. Wenn ihm jemand diesen Titel streitig machen könnte, so wäre das sicher Luigi Boccherini. Der 1743 im italienischen Lucca geborene Komponist hat Haydn hinsichtlich der Quantität seiner Kammermusikarbeiten wahrscheinlich noch übertroffen. Fast 100 Streichquartette und mehr als 100 Streichquintette, dazu 48 Streichtrios und 12 Klavierquintette sind von ihm überliefert. Boccherini wirkte über Jahrzehnte als Kammervirtuose und Komponist am spanischen Hof. Doch war er auch international gefragt: Er war Kammerkomponist des preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm II. und genoss die Patronage des reichen Fürstenhauses Benavente-Osuna. Kein Komponist der klassischen Periode hat sich so ausschließlich der Kammermusik gewidmet wie Boccherini. In seinen Quartetten und Quintetten, die sich durch einen kantabel-konzertanten Satz auszeichnen, agieren die Instrumente praktisch gleichrangig und werden immer wieder zu verschiedensten Kombinationen aller Satztechniken, vom strengen Kontrapunkt bis zur melodischen Homophonie, zusammengeführt.