Der 1910 in West Chester/USA geborene Samuel Barber prägte in Europa maßgeblich die Vorstellung dessen, was amerikanische Musik sei, als seine erste Symphonie 1937 durch Arthur Rodzinski bei den Salzburger Festspielen aufgeführt wurde. Wirklich bekannt geworden ist er jedoch vor allem mit seinem Adagio für Streicher op. 11, das ursprünglich als 2. Satz seines Streichquartetts entstanden war. Und Charakterisierungen seiner Kompositionen waren schnell zur Hand: "amerikanische Naivität" lautete ein durchaus nicht nur positiv gemeintes Urteil der europäischen Musikkritik, "verspätete Romantik" ein anderes. In der Tat kommt die Musik Samuel Barbers, auch wenn sie sich der klassischen Formmodelle bedient, vor allem aus dem "Bauch" und richtet sich an das Gefühl des Zuhörers. Darauf angesprochen äußerte sich der Komponist lapidar, er könne eben nicht anders, und er wies darauf hin, dass dies zu Zeiten avantgardistischen Strukturdenkens - zu dieser Zeit unterrichtete Arnold Schönberg in Amerika die Zwölftontechnik und in Europa entstanden die ersten seriellen Kompositionen - auch durchaus einen gewissen Mut erfordere. Sein Publikum hat es ihm gedankt: seit den 40er Jahren gilt Samuel Barber als der meistgespielte amerikanische Komponist "Ernster Musik". Und so ging der Auftrag, eine Oper zur Neueröffnung der New Yorker Metropolitan Opera im Jahre 1966 zu komponieren, nicht zufällig an Barber. Der Komponist starb 1981 in New York.