Ein Amerikaner in Paris: 1921 zog Aaron Copland in die französische Hauptstadt, um bei Nadia Boulanger zu studieren. Dort beschäftigte er sich mit den neuesten musikalischen Entwicklungen, auch mit dem Jazz, und ging rege in die Oper, ins Ballett und ins Kino. Friedrich Wilhelm Murnaus Film »Nosferatu« regte ihn 1922 dazu an, eine Ballettmusik zu einem ähnlichen Thema in Angriff zu nehmen: »Grogh« handelt von dem namensgleichen Zauberer, der die Toten auferweckt und tanzen lässt. Doch nach Vollendung der Partitur im Jahr 1925 zeigte sich Copland vom Szenario nicht mehr überzeugt. Er legte das Werk zur Seite, reaktivierte es aber wieder, als er 1929 an einem Kompositionswettbewerb von RCA Victor Records teilnahm. Zu diesem Zweck fügte er die Einleitung des Balletts und drei der Tänze zu seiner »Dance Symphony« zusammen. Musikalisch klingen dort Einflüsse von Maurice Ravel, Igor Strawinsky und dem Jazz an, die Copland zu einer Melange eigener Art verbindet.
– Susanne Stähr
Fragte man den amerikanischen Komponisten Aaron Copland nach seinen musikalischen Ambitionen, so antwortete er, es sei seine Absicht, eine "solide amerikanische Tradition" zu entwickeln. Als Copland 1900 geboren wurde, war Amerika noch weit von…