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Leonard Slatkin: »Kinah«

»Kinah« – das hebräische Wort für Elegie – hat der amerikanische Dirigent im Jahr 2015 für seine Eltern geschrieben: Die Cellistin Eleanor Aller und den Geiger und Dirigenten Felix Slatkin. In dem Stück verarbeitet der Musiker den frühen Tod seines Vaters im Jahr 1963 kurz vor der Aufführung von Brahms’ Doppelkonzert. Seine Eltern waren für die Solopartien vorgesehen. Slatkin wählt einen großen Percussionsapparat, dessen Klänge das Geschehen wesentlich bestimmen. Dazu kommt ein Streichorchester, weitere Instrumente und vier Solisten, die hinter der Bühne platziert sind. Mit diesem Ensemble kreiert der Komponist eine einzigartige Stimmung: Geheimnisvoll die Klänge des Englischhorns aus dem Hintergrund, eindrucksvoll die Akzente des Schlagwerks, voller Sanftheit und Empathie das Streichorchester. Dennoch ist »Kinah« keine Programmmusik, das Werk folgt den Gesetzen der klassischen Moderne, die Struktur ist komplex. Vielschichtig sind die Anklänge an Brahms’ Doppelkonzert, die Slatkin in »Kinah« versteckt hat.

 

– Mirjam Schadendorf

Leonard Slatkin

Leonard Slatkin wurde 1944 in Los Angeles in eine musikalische Familie hineingeboren: der Vater ein bekannter Geiger und Dirigent, die Mutter eine Cellistin. Die Eltern gründeten das bekannte Hollywood String Quartet. Leonard Slatkin lernte zunächst…

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