Sein zweites Klavierkonzert in F-Dur op. 102 widmete Schostakowitsch seinem damals 19 jährigen Sohn Maxim, der zu diesem Zeitpunkt am Moskauer Konservatorium studierte, um seine Laufbahn als Pianist und Dirigent vorzubereiten. Das Konzert entstand im Herbst 1956 unter dem Eindruck einer Kaukasusreise. Am 5. Februar 1957 konnte er dann die Arbeiten zu seinem Konzert abschließen. Für den solistischen Part verzichtete Schostakowitsch auf allzu große Virtuosität. Aus dem Schatten des ersten Klavierkonzertes konnte sich das zweite nur schwer lösen; häufig wird ihm im Vergleich mit anderen Werken Schostakowitsch mangelnder musikalischer Anspruch vorgeworfen. Solange jedoch Schostakowitsch als Pianist auftrat, konzertierte er selbst allerdings gerne mit diesem Konzert. Der erste Solist des Konzertes, Maxim Schostakowitsch, führte das Werk seines Vaters am 10. Mai 1957 mit dem Staatlichen Symphonieorchester der UdSSR unter der Leitung von Nikolaj Anossow auf.
Den ersten Satz des Konzertes charakterisiert ein fanfaren- und marschartiges Thema, das Assoziationen an den Marsch der jungen sowjetischen Pioniere weckt. Kantabel und einfach gestaltet sich der zweite Satz als dreiteiliges Lied ohne Worte und führt bruchlos in den Finalsatz. Blechbläserpassagen befinden sich hier im stetigen Wechsel mit dem Solisten. Heiter überbordend und rhythmisch lebhaft beschließt Schostakowitsch sein zweites Klavierkonzert.
Geboren am 25. September 1906 in St. Petersburg, kam Schostakowitsch schon als Kind mit russischer und deutscher Musik in Berührung. Mit dreizehn Jahren begann er sein Studium (Klavier und Komposition) am Petrograder Konservatorium, das er 1925…