Das höfische Musiktheater im 17. und 18. Jahrhundert entnahm seine Stoffe traditionell vorwiegend dem überlieferten Kanon von Mythen aus der griechisch-römischen Götterwelt. In ihr erscheinen Götter keineswegs unnahbar, sondern agieren sehr menschlich, ja oft allzu menschlich. Die Intrigen und Konflikte sowie die damit verbunden Emotionen spiegelten damit das Leben am Hof wider, wobei das – oft entgegen der antiken Überlieferung – stets glückliche Ende den Herrscher in seiner Macht und Gnade glänzen ließ. Die im Rahmen sogenannter »Divertissements« aufgeführten Tänze bildeten einen integrativen Teil des Musiktheaters; sie dienten als »Zerstreuung« der Unterbrechung der dramatischen Handlung, waren aber nicht zuletzt durch die streng geregelte Choreographie auch Bestandteil des höfischen Zeremoniells. Tanzsätze spielen daher im dreiteiligen Programm mit Werken aus der Zeit des französischen Königs Louis XV., das von der Unterwelt bis zum Olymp führt, eine zentrale Rolle.
In der dreiteiligen Orchestersuite »Le Domaine des Dieux«, die der französische Dirigent Raphaël Pichon zusammengestellt hat, spielen daher Tanzsätze eine große Rolle. Im Mittelpunkt der Suite, die von der Unterwelt bis zum Olymp führt, steht die…