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Gustav Holst: »Phantasy Quartet on British Folksongs« op. 36

Anders als Béla Bartók oder Ralph Vaughan-Williams hat Gustav Holst nie selbst Volkslieder gesammelt. Er benutzte sie aber in zahlreichen seiner Werke, unter anderem in seinem »Phantasy Quartet on British Folk Songs«. Das Werk entstand während des Ersten Weltkriegs, inspiriert von Walter Willson Cobbetts 1905 ausgelobten Wettbewerb für eine Wiederbelebung der barocken Consort Music. Holst erhielt den Preis, 1917 wurde das Quartett uraufgeführt, aber zwei Jahre später zog Holst die Partitur zurück und bezeichnete sie als »unzureichend«. Nach seinem Tod veröffentlichte seine Tochter Imogen eine Fassung für Streichorchester, die Quartett-Edition besorgte Roderick Swanston. Die vier Volkslieder, die hier Verwendung finden, sind »Eggs in Her Basket«, »The Female Farmer«, »The Outlandish Knight« und »Claudy Banks«. Vom Tonfall und der Anmutung her zeigt das Quartett große Ähnlichkeiten mit der einige Jahre zuvor entstandenen »St. Paul’s Suite« für Streichorchester. Energische und eher nachdenkliche Abschnitte wechseln sich in dem Quartett ab, die Schatten, die bisweilen die volksmusikalische Heiterkeit der Vorlagen verdunkeln, sind wahrscheinlich auf die Entstehungszeit in den Wirren des Ersten Weltkriegs zurückzuführen.

 

– Martin Demmler

Gustav Holst

Mit einem einzigen Werk hat sich der englische Komponist Gustav Holst (1874-1934) in den Konzertsälen der Welt etabliert: Mit seiner berühmten Orchestersuite "The Planets" op. 32. Sucht man heute nach den Spuren seines Wirkens, so findet man sie…

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