mphil Logo - zur Startseite

Michael Haydn: Requiem c-Moll (Missa pro defuncto Archiepiscopo Sigismondo) MH 155 »Schrattenbach-Requiem«

Als Franz Schubert 1825 nach Salzburg kam, besuchte er nicht Mozarts Geburtshaus, sondern Michael Haydns Grabmal. Und sprach eine Art Gebet: »Es wehe auf mich dein ruhiger, klarer Geist, du guter Haydn.« Zweihundert Jahre später ist er nur noch als kleiner Bruder von Joseph Haydn und älterer Salzburger Kollege von Wolfgang Amadé Mozart ein Name, aber kaum ein Begriff: eine musikhistorische Randfigur. Dabei wurde Johann Michael Haydn noch weit über sein Todesjahr 1806 hinaus als einer der größten Kirchenkomponisten aller Zeiten verehrt, gespielt und gesungen. Sein Requiem in c-Moll komponierte er Ende 1771 als Totenmesse für den Salzburger Fürsterzbischof Schrattenbach. Haydn schrieb eine Musik, die nicht auf Schockeffekte und Todesangst spekulierte, die vielmehr auf Trost, Kontemplation und Zuspruch setzte, auf eine Schönheit ohne Schrecken. Mozart, der bei der Uraufführung im Salzburger Dom im Orchester saß, sollte sich zwanzig Jahre danach noch genauestens an Haydns Werk erinnern, als er sein eigenes, unvollendetes Requiem begann, das in vielen Einzelzügen wie eine Hommage an den großen Vorgänger wirkt. Hören wir auf Mozart: Entdecken wir Michael Haydn.

 

– Wolfgang Stähr

Michael Haydn

Michael Haydn (1737-1806), der jüngere Bruder von Joseph Haydn, war wie sein bekannterer Bruder Joseph Sängerknabe zu St. Stephan in Wien. 1763 wurde er zum Hofkomponisten (Hofmusicus und Concertmeister) in Salzburg ernannt und war somit Kollege von…

Zu Michael Haydn