Isaac Albéniz war als Pianist ein Wunderkind und Ausnahmetalent. Mit vier Jahren gab er sein erstes Konzert, im Alter von sieben Jahren bestand er die Aufnahmeprüfung am Pariser Konservatorium. Später sorgte er als Virtuose für Furore in allen musikalischen Zentren Europas. Kurioserweise hatte er auf seinen Reisen immer sein eigenes Bett im Gepäck. Komponiert hat der früh verstorbene Albéniz ausschließlich für »sein« Instrument, das Klavier. Felip Pedrell, der als Vater der spanischen Nationalmusik gilt, überzeugte ihn davon, sich in seinen Werken auf Volksmusik seiner Heimat zu beziehen. Ein schönes Beispiel dafür ist die »Suite española«. Jeder der Sätze ist einer bestimmten Region oder Stadt Spaniens gewidmet. Ursprünglich umfasste das Werk lediglich vier Nummern: »Granada«, »Cataluna«, »Sevilla« und »Cuba«. Später hat Albéniz die Suite um vier weitere Sätze erweitert. Mit typischen Rhythmen und oft überraschenden Harmonien charakterisiert er die jeweilige Region. In »Sevilla« benutzt Albéniz einen kastilischen Tanz, der auf das 15. Jahrhundert zurückgeht. »Cádiz« trägt den Untertitel »canción« (Lied). »Asturias« – der Titel spielt auf das alte Königreich Asturien an – bezeichnete der Komponist im Untertitel als »Leyenda« (Legende). Vor allem in der Bearbeitung für Gitarre hat dieses kurze Stück Musikgeschichte geschrieben.
– Martin Demmler
Isaac Albéniz war als Pianist ein Wunderkind und Ausnahmetalent. Mit vier Jahren gab er sein erstes Konzert, im Alter von sieben Jahren bestand er die Aufnahmeprüfung am Pariser Konservatorium. Später sorgte er als Virtuose für Furore in allen…