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Benjamin Britten: »Simple Symphony« für Streichorchester op. 4

Benjamin Britten griff für seine »Simple Symphony« auf acht kammermusikalische Jugendwerke zurück. Sie fand schnell ihren Weg auf die Konzertpodien und ihre große Popularität verdankt sie nicht nur ihrer eingängigen Musiksprache, sondern auch dem begrenzten spieltechnischen Anspruch. Sie ist eben eine »dear little school suite«, ausführbar von Amateur- und Schulorchestern, und weist damit voraus auf Brittens spätere Werke »pädagogischen« Zuschnitts, auf »The Young Person’s Guide to the Orchestra« oder seine Kinderopern. Gleichzeitig stellt die »Simple Symphony« eine ironische Auseinandersetzung, um nicht zu sagen Abrechnung mit der Studienzeit am Royal College dar. Auf den ersten Blick scheint sie ganz dem Geist der Institution zu entsprechen: Rückgriff auf traditionelle, bewährte Formen wie Bourrée und Sarabande, Anklänge u.a. Haydn und Tschaikowsky sowie an englische Folklore und das Ganze mit maßvollen Dissonanzschärfen gewürzt und somit interessant angereichert. Britten komponiert hier munter gemischt im Stil und lässt so die dreijährige Lehrzeit am College durchschimmern, doch sorgen der bunte Stilmix und die unpassende Einbettung für ironische Distanz vom historischen Ballast.

Benjamin Britten

Benjamin Britten wurde 1913 in Lowestoft geboren. Seine Mutter, eine leidenschaftliche Amateursängerin, war begeistert, dass ihr jüngster Sohn ausgerechnet am 22. November geboren wurde: dem Tag der heiligen Cäcilie, der Schutzheiligen der Musik. Sie…

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