Mit seinen »Slawischen Tänzen« hatte Dvorák den nationalen Nerv seiner Zeit getroffen. Brahms‘ »Ungarische Tänze« und Liszts »Ungarische Rhapsodien« waren ungemein populär und so beauftragte der Verleger Fritz Simrock Antonin Dvorák damit, »Slawische Tänze« zu komponieren. »Recht hübsche, ‘unvergessliche’ Melodien - Sie finden gewiß solche im Slawischen und in sich selbst«. Dvorák präsentierte sich mit den »Slawischen Tänzen« als ein Komponist, der genau jenem Bild entsprach, das man sich von einem Prager Künstler machte: ein wenig nationaler Einschlag, ein wenig romantischer Tonfall, ein wenig eigene Handschrift. Jenseits der heftigen ästhetischen Flügelkämpfe zwischen Wagnerianern und Brahms-Anhängern verkörperte Dvorák ein unbeschwertes, ungebundenes Musikverständnis. Das Volkstümliche war untrennbar mit Dvoráks Personalstil verschmolzen.
Der 1841 am 8. September 1841 in Nelahozeves (Böhmen) geborene Antonín Dvořák galt seinen Zeitgenossen als komponierender "Naturbursche" - einfallsreich, unakademisch und unmittelbar aus den Quellen der böhmischen und slawischen Folklore schöpfend…