In der »Sonata pian’ e forte« begegnet uns eines der frühesten Beispiele für eine ausdrücklich vorgeschriebene Instrumentalbesetzung. Gabrieli ordnete jeder Stimme ein bestimmtes Blasinstrument zu. Bis dato war es unüblich, die instrumentalen Begleitstimmen eines Vokalsatzes klanglich zu präzisieren. Offensichtlich schwebte Gabrieli hier ein konkretes Klangbild vor, das er von den Ausführenden realisiert wissen wollte. Damit entstand ein neues Rollenverständnis: Der Interpret sollte die Intentionen des Komponisten bestmöglich umsetzen. Die Verselbstständigung der Instrumentalmusik hängt somit mit der Emanzipation ihrer Interpretation unmittelbar zusammen.
Als einer der angesehensten Komponisten und Organisten seiner Zeit zog Gabrieli Talente aus halb Europa in die Lagunenstadt. Zu den bekanntesten zählte zweifellos Heinrich Schütz, der gleich zweimal nach Venedig reiste, um bei ihm die neuesten…