Als Mozart 1789 während einer zweimonatigen Reise auch in Potsdam Station machte, wurde ihm vom preußischen König Friedrich Wilhelm II. nicht einmal eine Audienz gewährt. Der Monarch verwies ihn stattdessen an seinen Cellolehrer Jean-Pierre Duport. Um den Preußenkönig zumindest als Komponist zu beeindrucken, fasste Mozart nach seiner Rückkehr nach Wien eine Folge von sechs Streichquartetten ins Auge, die er der cellospielenden »Mayestätt dem König in Preussen« widmen wollte – jedenfalls enthalten sie auffallend dankbare Soli für dieses Instrument. Vollenden konnte er jedoch nur drei der geplanten sechs Quartette. Das F-Dur-Quartett beginnt mit einem formal sehr klaren Sonatensatz mit deutlichen virtuos-konzertanten Elementen. Im langsamen Satz war sich Mozart wohl selber nicht ganz sicher, ob er mehr die melancholische oder die tänzerische Note betonen sollte. Der im Autograph als Andante bezeichnete Satz wurde jedenfalls im Druck nach Mozarts Tod zum Allegretto. Da gerade in diesem Satz auch andere Änderungen vorliegen, dürften sie auf Mozart selbst zurückgehen. Das Quartett gipfelt nach einem durch seine ungeraden Taktperioden interessanten Menuett in einem perpetuum mobile-artigen Finale, das wie eine Huldigung an Haydn wirkt. Es geht aber in seiner kühnen Kontrapunktik und im schroffen Nebeneinander der Tonarten in der Durchführung weit über jenen hinaus.
– Martin Demmler
Mit seinen Symphonien, Opern, Konzerten und seiner Kammermusik ist Wolfgang Amadeus Mozart heute der meistgespielte Komponist aller Zeiten. Am 27. Januar 1756 in Salzburg geboren, zeigte Mozart schon sehr früh eine phänomenale Begabung für die Musik.…