Die 1883 entstandene dritte Symphonie von Johannes Brahms fand in Antonín Dvorák einen großen Bewunderer: "Es ist eine Stimmung darin, wie man sie bei Brahms nicht oft findet! Welch herrliche Melodien sind da zu finden! Es ist lauter Liebe und das Herz geht einem dabei auf." Ganz anders sahen dies die Wagnerianer. Als die Symphonie im Todesjahr Wagners in Wien von dem Dirigenten Hans Richter uraufgeführt wurde, zischten sie nach jedem Satz. Im Gegensatz zur zweiten Symphonie, die von kantabler Innigkeit bestimmt war, ist der Charakter der dritten eher als dynamisch vorwärtsstrebend und kraftvoll zu bezeichnen. Kürzer und prägnanter noch als in den anderen Symphonien sind hier die Themen gestaltet, doch bleibt Brahms auch hier bei seiner ganz spezifischen Art ihrer Verarbeitung: Ein Hauptthema fungiert als Keimzelle, aus dem sich durch Variationen und Abänderung die gesamte Struktur des Werkes entwickelt.
"Neue Bahnen" lautete der Titel eines enthusiastischen Aufsatzes in der "Neuen Zeitschrift für Musik", mit dem Robert Schumann Johannes Brahms (geboren am 7. Mai 1833 in Hamburg) der Musikwelt bekanntmachte. Von Schumann als Neuerer gelobt, wurde…