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Joseph Haydn: Symphonie Nr. 39 g-Moll Hob. I:39

Joseph Haydns Symphonie Nr. 39 in g-Moll war für die Gattung der Symphonie eine Grenzmarke und brachte den Wandel vom mehrsätzigen gefälligen Divertimento hin zum groß angelegten orchestralen Hauptwerk. Sie ist zudem nicht nur Haydns erste Symphonie in Moll, sondern vielleicht die früheste Moll-Symphonie überhaupt. Sie schlägt damit einen noch ganz ungewohnten symphonischen Ton an, der nicht mehr primär auf sorglose Unterhaltung abzielt. Haydns Orchestersprache nimmt hier endgültig Abschied von barocker oder rokokohafter Ausgeglichenheit. Sie ist vergleichsweise schroff, zerklüftet, expressiv. Entstanden ist Haydns Neununddreißigste um das Jahr 1766. Mozart war damals zehn Jahre alt, Beethoven noch nicht geboren, Carl Philipp Emanuel Bach noch in Diensten des preußischen Königs. Haydn wurde vom Vize-Kapellmeister zum Ersten Kapellmeister befördert, im selben Jahr wurde das neue, höchst repräsentative Familienschloss Eszterháza eingeweiht und die dortige Hofkapelle um einen vierten Hornisten erweitert, weshalb die 39. Symphonie eines der ersten Werke mit vier Hörnern ist. Als stärkster Kontrast zum leidenschaftlichen Moll-Charakter der Symphonie dient der zweite Satz, das Andante in Es-Dur. Ganz ohne Bläser, in einem leichtfüßigen Dreiachteltakt und mit charmanter Direktheit erinnert dieser Satz daran, was die Gattung Symphonie gerade eben noch gewesen war – bevor sich Haydn an seine Neununddreißigste wagte.

 

– Hans-Jürgen Schaal

Joseph Haydn

"Eine Symphonie ist seit Haydn kein bloßer Spaß mehr, sondern eine Angelegenheit auf Tod und Leben", würdigte Johannes Brahms die musikalische Leistung Joseph Haydns, der in fast allen Gattungen bahnbrechende Werke schuf. Von der Emotionen fordernden…

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