»This is the best of me«, schrieb Edward Elgar hinter den Schlusstakt seines »Dream of Gerontius«. Das 1900 uraufgeführte Werk gehört in Großbritannien längst zu den Standardwerken großer Oratorienchöre. Seine Beliebtheit verdankt es der suggestiven, oft sinnlichen Kraft der Musik, den großen Chorszenen der Dämonen und Engel sowie den drei eindrucksvollen Solopartien. Nach dem gleichnamigen Gedicht von Kardinal John Henry Newman schildert Elgar in »The Dream of Gerontius« die Reise der Seele ins Jenseits. An der Seite eines Schutzengels führt ihr Weg an höhnischen Dämonen vorbei, sie steigt empor in den Himmel und erlangt schließlich Erlösung. Eine kraftvolle musikalische Vision, die an Wagners »Parsifal« erinnert und den großen spätromantischen Requiemsvertonungen gleichzusetzen ist.
Wie Henry Purcell für die englische Musik des Barock und Benjamin Britten für die englische Musik der Moderne stehen, so gilt Edward Elgar (1857-1934) als der englische Vertreter der Musik der Spätromantik. Diese Einordnung ist gewiss vor allem…