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Jacques Ibert: »Trois pièces brèves« (Drei kurze Stücke) für Bläserquintett

Jacques Ibert war weder Traditionalist noch Avantgardist. Er verfolgte seinen ganz persönlichen Weg und kombinierte Techniken des französischen Impressionismus mit neoklassizistischen Elementen, wie sie Igor Strawinsky oder die »Groupe de Six« in Paris propagierten. Brillanz, Farbenreichtum und Eleganz sind Kennzeichen seines Stils, der auch für seine 1930 entstandenen drei kurzen Stücke für Bläserquintett maßgeblich ist. Erinnert die Eröffnungsfanfare des Kopfsatzes klanglich an Werke Strawinskys, so verweist das Hauptthema mit seinen hornpipe-artigen Klängen auf eine fast archaische Klangwelt. Eine kurze Durchführung und eine witzig-schräge Coda runden den Satz ab. Das langsame zweite Stück präsentiert sich über weite Strecken als inniges Duett von Flöte und Klarinette. Erst gegen Ende treten die übrigen Instrumente mit einem kurzen Kommentar hinzu. Das Finale beginnt mit einer langsamen Einleitung, bevor sich ein elegantes Thema aus einer aufsteigenden Akkordbrechung herausschält. Das Stück endet mit einer überraschenden und furiosen Kadenz, die den Spielwitz dieser Musik noch einmal auf die Spitze treibt.

 

– Martin Demmler

Jacques Ibert

Jacques Ibert wird hierzulande als Komponist immer noch maßlos unterschätzt. Allenfalls sein Flötenkonzert findet sich gelegentlich auf den Spielplänen. Ganz anders in seiner Heimat Frankreich: Dort zeigt sich ein tieferes Verständnis für die…

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