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Alexander Zemlinsky

So wichtig Alexander Zemlinsky, der 1871 in Wien geborene und 1942 in der Emigration in den USA verstorbene Schwager und Lehrer Arnold Schönbergs, für die Epoche des Fin-de-siècle und das Musikleben seiner Zeit auch war, so wenig wusste er sich aufgrund seiner angeborenen Bescheidenheit in Wien, später in Prag und danach in Berlin als Komponist zahlreicher Opern und einer Reihe sinfonischer Werke und orchestraler Liederzyklen wie der "Lyrischen Sinfonie" nach Texten von Rabindranath Tagore durchzusetzen oder gar zu etablieren. Als Dirigent setzte sich Zemlinsky pausenlos für seine berühmteren Zeitgenossen ein, sich selbst sparte er dabei stets schamhaft aus: "Warum das alles so ist, darüber will ich nicht reden. Aber eines glaube ich mit zunehmendem Alter und darum ruhigerer Beurteilung: Man ist an seinem Schicksal immer selbst schuld; mir fehlt sicherlich das gewisse Etwas, das man haben muss - und heute mehr denn je - , um ganz nach vorne zu kommen. In dem Gedränge nützt es nichts, Ellbogen zu haben, man muss sie auch zu gebrauchen wissen..."