Neugier prägt Bertrand Chamayous musikalisches Schaffen. Der in Toulouse geborene Pianist verbindet das französische Repertoire mit den großen Werken der Klavierliteratur und der Musik unserer Zeit. Mit ambitionierten Projekten zu Ravel, Liszt und Messiaen sowie im Dialog mit zeitgenössischen Komponist*innen hat er sich international profiliert.
In der Saison 2026/27 veröffentlicht Bertrand Chamayou bei Warner/Erato seine Gesamtaufnahme von Mendelssohns »Lieder ohne Worte«, die er über das Aufnahmestudio hinaus in ein Konzertprogramm überträgt, das die Idee von Musik als Lied ohne Text erforscht – von Mendelssohn bis zu Takemitsus Transkriptionen von Paul McCartney. Nach der Premiere in Paris ist das Programm unter anderem in der Wigmore Hall, in Reykjavík, Prag, Toronto und beim Klavier-Festival Ruhr zu erleben. Als Solist debütiert er beim Schwedischen Rundfunk-Sinfonieorchester, beim Finnischen Rundfunk-Sinfonieorchester und mit dieser Konzertserie auch bei den Münchner Philharmonikern. Zudem kehrt er zum Orchestre de Paris zurück, um beide Ravel-Klavierkonzerte in einem Programm aufzuführen. In Berlin präsentiert er Messiaens monumentale »Vingt Regards sur l’Enfant-Jésus« in voller Länge. Als Artist in Residence ist er in dieser Saison sowohl in der Wigmore Hall als auch beim Iceland Symphony Orchestra zu Gast.
Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die zeitgenössische Musik. Bertrand Chamayou arbeitete mit Pierre Boulez, Henri Dutilleux und György Kurtág zusammen und pflegt künstlerische Beziehungen zu Komponist*innen wie Thomas Adès, Unsuk Chin und Bryce Dessner. Auch die Kammermusik bleibt zentral: Mit Sol Gabetta und Barbara Hannigan geht er auf Tournee.
Bertrand Chamayou konzertierte mit renommierten Orchestern wie den Wiener Philharmonikern, dem New York Philharmonic, dem London Symphony Orchestra und dem Orchestre de Paris. Als Exklusivkünstler bei Warner/Erato wurde er für seine Aufnahmen vielfach ausgezeichnet: Die Einspielung der Saint-Saëns-Klavierkonzerte Nr. 2 und Nr. 5 kürte »Gramophone« 2019 zur Aufnahme des Jahres, seine Gesamtaufnahme von Ravels Soloklavierwerken erhielt 2016 einen ECHO Klassik. Fünfmal gewann er den französischen Musikpreis »Victoires de la Musique«. Zudem ist er künstlerischer Leiter des Festival Ravel im französischen Baskenland.
Stand: Oktober 2026