Der Vater von Edward »Duke« Ellington war Butler im Weißen Haus in Washington, D.C., die Mutter achtete bei ihrem Sohn auf würdevolle Umgangsformen. Auf die afroamerikanische Bürgerwürde und die Errungenschaften der eigenen Geschichte war die Familie stolz. Schon früh fiel Edward auf unter seinen Spielkameraden – durch seine feinen Manieren, sein gewähltes Sprechen, seine stilvolle Kleidung. Ein Freund gab ihm deshalb den Ehrennamen »Duke« (Herzog), der ihn ein Leben lang begleiten sollte. Als Ellingtons Mutter später aus dem Radio erfahren musste, ihr Sohn spiele in Harlem »Dschungelmusik«, war sie entsprechend schockiert. Später gab Ellington mit seiner Band eine Zeit lang jedes Jahr ein Konzert in der Carnegie Hall, bei dem er ein neues, größeres, »seriöses« Werk präsentierte. An die 50 solcher »extended works« hat er in seinem Leben quasi nebenher geschaffen, darunter waren auch Musicals, Filmmusiken und geistliche Konzerte. Kompositionsaufträge dafür kamen zum Beispiel von den großen Sommerfestivals, einmal auch von der Regierung von Liberia oder vom Dirigenten Arturo Toscanini. Ellington hat nie Komposition studiert. Allerdings war er gut im Aufgreifen von Klangmischungen und Formideen, die er dann auf seine eigene, unschulmäßige Weise verwertete. Sein Sinn für Klangfarben ist in der Jazzwelt bis heute legendär. Duke Ellington, einer der wichtigsten und meist gefeierten Musiker des Jazz, blieb bis ans Ende seines Lebens aktiv, komponierte, gab Konzerte, machte Plattenaufnahmen.