George Gershwins vom Jazz inspirierte »Rhapsody In Blue« erlebte im Februar 1924 eine gefeierte Uraufführung. Daraufhin wünschte sich der Orchesterleiter Walter Damrosch ebenfalls ein Klavierkonzert von und mit Gershwin – so entstand das »Concerto in F«. Anders als die »Rhapsody in Blue« hat dieses Werk einen klaren dreisätzigen Konzertcharakter. Und es führt die Verwendung von Jazz-Elementen konsequent weiter: die pulsierenden Rhythmen, die synkopierte Melodik, die typischen »blue notes«, die Ausdrucks-Chromatik, die gestopften Blechbläser, die Posaunen-Glissandi, das große Schlagwerk. Die Uraufführung des »Concerto in F« im Dezember 1925 – wieder mit Gershwin persönlich am Klavier – war erneut ein großer Erfolg. Kein Geringerer als Igor Strawinsky sprach von einem Meisterwerk. Im Kopfsatz feiert Gershwin das moderne, vom Charleston-Fieber gepackte Amerika. Der langsame Moll-Satz ist vom Blues inspiriert, und das Finale, eine Art Charleston-Rondo, gerät zu einer »Orgie von Rhythmen« (so Gershwin).
– Hans-Jürgen Schaal
George Gershwin wurde als Jacob Gershwine 1898 als zweites von vier musikalisch begabten Kindern russischer Einwanderer geboren und wuchs im New Yorker Stadtteil Harlem auf. Dort nahm er ab dem Alter von etwa zehn Jahren Klavierunterricht bei Charles…