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Duke Ellington: »Three Black Kings (Les Trois Rois Noirs)« für Saxophon und Orchester

Der letzte Kompositionsauftrag, den Duke Ellington annahm, war eine Ballettmusik für das Dance Theatre of Harlem. Ellington plante diese Musik als Hommage an den 1968 ermordeten Bürgerrechtler und Baptistenprediger Martin Luther King, mit dem er befreundet gewesen war. Die Form, die er dafür wählte, wurde dann aber dreiteilig. Der Würdigung Kings stellte er nämlich zwei andere »Black Kings« voraus, mythische Königsfiguren aus der Bibel. Der eine ist Balthasar, einer der Heiligen Drei Könige oder Weisen aus dem Morgenland. (Im Matthäus-Evangelium heißen sie einfach »Sterndeuter«, im Englischen häufig »magi « = Magier.) Den Namen Balthasar und die dunkle Hautfarbe hat man dieser Figur übrigens erst im Mittelalter angedichtet. Der zweite von Ellingtons »Kings« ist der sagenhaft reiche und weise König Salomo, der nach einer äthiopischen Legende eine afrikanische Mutter hatte. (In Äthiopien regierte jahrhundertelang eine sogenannte Salomonische Dynastie.) Was auch immer es mit der afrikanischen Abstammung der (historisch ohnehin ungesicherten) Figuren Balthasar und Salomo auf sich hat: Die Zusammenstellung verrät, welchen »mythischen« Stellenwert Ellington dem ermordeten Martin Luther King gab. »Three Black Kings« nannte er seine Ballettmusik – oder auch: »Les trois rois noirs«. Angeregt war die Idee der »Three Kings« offenbar von einer Darstellung der Heiligen Drei Könige, die Ellington in einer Kathedrale in Barcelona gesehen hatte. Noch auf dem Sterbebett 1974 soll er an der Ballettmusik gearbeitet und seinem Sohn Mercer seine Pläne dazu erklärt haben, der die unvollendete Ballettmusik auskomponierte und dem Arrangeur Luther Henderson zur Orchestrierung übergab.

Duke Ellington

Der Vater von Edward »Duke« Ellington war Butler im Weißen Haus in Washington, D.C., die Mutter achtete bei ihrem Sohn auf würdevolle Umgangsformen. Auf die afroamerikanische Bürgerwürde und die Errungenschaften der eigenen Geschichte war die Familie…

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