BRAD LUBMAN, Dirigent
PHILHARMONISCHER CHOR MÜNCHEN
MÜNCHNER PHILHARMONIKER
Philip Glass’ chorsymphonisches Werk „Itaipú“ nimmt seinen Ausgang beim gleichnamigen Staudamm, der 1984 an der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay als größtes Wasserkraftwerk der Welt fertiggestellt wurde. Er liefert bis heute enorme Energiemengen, zerstörte jedoch zugleich Lebensräume: Rund 40.000 Guaraní-Indigene verloren durch seinen Bau ihre Heimat. Glass greift in seiner Komposition den Schöpfungsmythos der Guaraní auf, in dem eine Sintflut das Leben neu ordnet – der Philharmonische Chor lässt diese Stimmen wieder erklingen und thematisiert so das fragile Verhältnis von Mensch und Natur.
Als der Komponist 1988 die Baustelle besuchte, war er tief beeindruckt: »Ich sah den Damm und sagte: Ich weiß, wie das Werk aussehen wird.« Faszination und Befremden angesichts menschlicher Gestaltungskraft fließen in sein „Naturportrait“ für Chor und Orchester ein. In der Tradition der Minimal Music entfaltet »Itaipú« eine hypnotische Bildkraft: Glass’ Musik lässt Gedanken und Assoziationen ineinander übergehen, bis sich ein unaufhaltsamer Sog entwickelt. Unter der Leitung von Brad Lubman, einem international anerkannten Spezialisten für Neue Musik, zeigt das monumentale Werk seine ganze Wucht – »ein Sog, aus dem es kein Entrinnen gibt, wohlig gibt man sich dem Effekt hin.« (Süddeutsche Zeitung)
Eine digitale Veröffentlichung des Labels MPHIL, aufgenommen im Januar 2025 in der Isarphilharmonie.