Burkhard Sigl, geboren 1966 in Burghausen als zweites von vier Kindern einer Musikerfamilie, begann bereits im Alter von fünf Jahren Violine zu spielen. Erster Violinunterricht bei der Mutter, Klavierunterricht beim Vater. Musikalische Früherziehung am Orff-Institut Salzburg. Während seiner Schulzeit am musischen Gymnasium bei St. Stephan in Augsburg, wo er im mehrfach ausgezeichneten Schulchor schon früh große Werke (z.B. Bachs Matthäuspassion) kennenlernte, studierte er gleichzeitig am dortigen Konservatorium u.a. bei Walter Dorr und Lydia Dubravskaja. Sein Violastudium absolvierte er am Salzburger Mozarteum bei Jürgen Geise und schloss später in der Klasse von Thomas Riebl mit Auszeichnung ab. Im Anschluss daran erhielt er an derselben Musikhochschule einen Lehrauftrag für Viola. Dort unterrichtete er in den Jahren 1991-1996 die Bratschenklasse von Thomas Riebl als dessen Assistent. Zahlreiche Meisterkurse u.a. bei Tabea Zimmermann, Kim Kashkashian, Yuri Bashmet, Sándor Végh und Wolfram Christ sowie kammermusikalische Ausbildung bei renommierten Musikern wie Nikolaus Harnoncourt, György Kurtág und Mitgliedern des Amadeus-, des LaSalle- und des Hagen-Quartetts ergänzten seinen künstlerischen Werdegang. Unter den Ensembles, in denen er mitwirkte, sind besonders hervorzuheben das in Wien gegründete Stradivari-Sextett, als dessen Mitglied er die berühmte Mahler-Stradivari als Leihgabe erhielt, das Sigl-Trio, das Stadler-Quartett, welches sich insbesondere mit zeitgenössischer Musik auseinander setzet, das im Jahr 2000 in Hamburg gegründete Giovanni-Quartett und das seit 2008 bestehende Tertis Viola Ensemble. Zu seinen Kammermusikpartnern zählen unter anderem auch Alexander Lonquich, Jörg Demus, Angela Hewitt, Vladimir Mendelssohn, Martin Lovett, Heidi Litschauer, Daniel Müller-Schott, Maria Graf, Irina Grafenauer, Lorenz Nasturica-Herschcowici und Michael Martin Kofler. Als Solist trat Burkhard Sigl mit namhaften Orchestern in Deutschland, Österreich und Japan auf (z.B. Solokonzerte von Telemann, Stamitz, Walton und Hindemith, Mozarts »Concertante«, Doppelkonzert und Romanze von Bruch). Nachhaltig geprägt wurde er insbesondere durch die Arbeit mit Sándor Végh während seiner langjährigen Mitgliedschaft in der Salzburger Camerata academica. Im Jahr 1998 nahm er eine Stelle beim Philharmonischen Staatsorchester Hamburg an, wo ihm die Möglichkeit gegeben wurde, einen Großteil der Opernliteratur kennenzulernen. 2001 wechselte er zu den Münchner Philharmonikern, seit Juni 2004 wirkt er dort als stellvertretender Solobratscher. Außerdem betreute er viele Jahre die Orchesterakademie und bereitete die jungen Musiker auf Probespiele vor, viele von ihnen waren daraufhin bei namhaften Orchestern erfolgreich. Für das Sommersemester 2012 unterrichtete er an der Musikhochschule Stuttgart die Bratschenklasse von Prof. Andra Darzins. Seine größte Leidenschaft ist nach wie vor die Kammermusik und als Mitglied verschiedener Ensembles von Trio bis Oktett ist Burkhard Sigl in vielen Ländern der Welt unterwegs. Burkhard Sigl spielt auf einer Viola des venezianischen Meisters Anselmo Bellosio aus dem Jahr 1780.