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Julian Prégardien

Julian Prégardien zählt zu den prägenden Künstlern seiner Generation und ist gleichermaßen im Lied, Konzert- und Opernbereich zuhause. Seine künstlerische Arbeit ist geprägt von einer intensiven Auseinandersetzung mit Sprache, Erzählkunst und Neugier sowie von einem wachsenden Engagement für die Zukunft des Liedes als Kurator, Pädagoge und Künstlerischer Leiter. Der gebürtige Frankfurter erhielt seine erste musikalische Ausbildung als Chorknabe der Limburger Dommusik. Nach Studien in Freiburg und seiner Zeit an der Académie du Festival d’Aix-en-Provence war er von 2009 bis 2013 Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, während er parallel seine internationale Konzertkarriere entwickelte.

Auf der Opernbühne gastierte Julian Prégardien beim Festival d’Aix-en-Provence, den Salzburger Festspielen, an der Wiener Staatsoper, der Bayerischen Staatsoper, der Staatsoper Unter den Linden, der Opéra Comique in Paris sowie der Hamburgischen Staatsoper. Zu seinen wichtigen Rollen zählen Narraboth in Richard Strauss’ Salome unter Franz Welser-Möst, Don Ottavio (Don Giovanni) in Salzburg sowie Tamino (Die Zauberflöte) an der Wiener Staatsoper und in Cleveland. In der Saison 2025/26 sang er erstmals Don Ottavio an der Bayerischen Staatsoper, sowie den Oronte in einer Neuproduktion von Händels Alcina, während er bei den Schwetzinger Festspielen die Titelrolle in Monteverdis L’Orfeo übernahm. Höhepunkte der Saison 2026/27 sind Tamino in einer Neuproduktion unter der Leitung und Regie von Iván Fischer mit dem Budapest Festival Orchestra in Budapest, Vicenza und Baden-Baden sowie seine Rückkehr an die Bayerische Staatsoper in derselben Rolle.

International für die Intelligenz, Sensibilität und Unmittelbarkeit seiner Interpretationen geschätzt, gilt Julian Prégardien insbesondere als einer der führenden Evangelisten unserer Zeit in den Passionen Johann Sebastian Bachs. Zu den Höhepunkten zählen die Matthäus-Passion mit den Wiener Philharmonikern unter Franz Welser-Möst, die Johannes-Passion mit dem Gewandhausorchester unter Andreas Reize sowie zahlreiche gefeierte Zusammenarbeiten mit dem Ensemble Pygmalion und Raphaël Pichon im Konzert und auf Tonträgern. Ein besonderer Schwerpunkt der Saison 2025/26 war seine Residenz im Wiener Konzerthaus mit seiner eigenen Konzertreihe „Schubert für alle“ sowie Auftritten mit den Wiener Symphonikern und dem RSO Wien. Darüber hinaus kehrte er gemeinsam mit seinem Vater Christoph Prégardien für Liederabende und Konzerte nach Deutschland zurück, unter anderem mit dem Freiburger Barockorchester und Kristian Bezuidenhout, und arbeitete mit dem Gewandhausorchester sowie dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Franz Welser-Möst.

In der Saison 2026/27 umfasst sein Programm Mozarts Requiem mit den Wiener Symphonikern, Beethovens Neunte Symphonie mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin sowie mit dem Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble, mit denen er auch Schumanns Szenen aus Goethes Faust unter Thomas Hengelbrock gestaltet. Beethovens Missa solemnis singt er mit den Münchner Philharmonikern unter Klaus Mäkelä, sowie mit dem Cleveland Orchestra in die Severance Hall und die Carnegie Hall unter der Leitung von Franz Welser-Möst. Als Evangelist in Bachs Matthäus-Passion geht er mit dem Gewandhausorchester unter Andreas Reize im 300. Jubiläumsjahr des Werkes auf Asientournee. Gemeinsam mit der Camerata Salzburg, deren künstlerischer Partner er seit 2026 ist, setzt er sein mehrjähriges Projekt „Kosmos Schubert“ fort, wobei Schuberts vokales, kammermusikalisches und sinfonisches Schaffen im Vorfeld des 200. Todestages des Komponisten 2028 neu beleuchtet wird.

Im Liedbereich setzt Julian Prégardien seine Zusammenarbeit mit Sir András Schiff in einem Duo Abend mit Julia Kleiter im Wiener Musikverein und der Elbphilharmonie fort und gestaltet Solo- und Quartettprogramme im Pierre Boulez Saal in Berlin. Mit Kristian Bezuidenhout singt er Schuberts Winterreise in La Chaux-de-Fonds, Sevilla und Madrid; sämtliche Schubert-Zyklen präsentiert er in Leipzig, zudem kehrt er zur Schubertiade nach Hohenems und Schwarzenberg zurück. Im Wiener Konzerthaus führt er seine Reihe „Schubert für alle“ fort, während er beim Lied Basel Festival gemeinsam mit der Pianistin Saskia Giorgini als Duo in Residence Konzerte und Meisterkurse für die nächste Generation von Liedsänger:innen gestaltet. Seine Diskographie umfasst Schuberts Winterreise und Schwanengesang sowie Schumanns Dichterliebe (Alpha Classics). Exklusiv bei Harmonia Mundi erschien im August 2024 seine Einspielung von Schuberts Die schöne Müllerin mit Kristian Bezuidenhout.

Über seine Tätigkeit als Sänger hinaus hat sich Julian Prégardien als Kurator, Pädagoge und wichtiger Vermittler der Liedkultur im deutschsprachigen Raum etabliert. Inspiriert von seinem Projekt, Schuberts Die schöne Müllerin im Herbst zuvor an verschiedenen Orten in Wien aufzuführen, gründete er 2024 das Liedstadt Festival, das in seiner ersten Ausgabe in Hamburg mehr als 7.500 Besucher:innen, 130 Künstler:innen und über 100 Veranstaltungen vereinte. In der Folge wurde Liedstadt nach Limburg, Salzburg, Leipzig, Berlin, Weimar und Düsseldorf weitergetragen. 2026 wurde Julian Prégardien zum Künstlerischen Leiter des Heidelberger Liedzentrums sowie zum Professor für Oratorium an der Hochschule für Musik und Theater berufen, an der er bereits seit 2017 lehrt. Er ist Mitglied des Schumann-Netzwerks und war bis 2024 Künstlerischer Leiter der Brentano-Akademie Aschaffenburg.

 

Stand: Juni 2026

credit Peter Rigaud

Konzerttermine mit Julian Prégardien

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