Als Filmkomponist und Hollywood-Veteran ist John Williams eine lebende Legende. Aber auch im Bereich klassischer Musik hat er seine Spuren hinterlassen, vor allem durch seine zwölf Solokonzerte, die er für ganz unterschiedliche Instrumente schrieb. Sein Hornkonzert entstand 2003 für Dale Clevenger, den Solohornisten des Chicago Symphony Orchestra. Es zeigt beispielhaft Williams' Fähigkeit, plastische musikalische Bilder zu entwerfen: eine Jagdszene, friedliche Abendstimmung, Kampfgetümmel. Die spieltechnischen Herausforderungen an den/die Solisten/in sind beträchtlich, doch im Zentrum der Komposition steht etwas anderes: die geradezu mystische Aura des Horns, dessen Klang weit in die Vergangenheit reicht. Es »beschwört Bilder herauf, die in der kollektiven Psyche verankert sind« (Williams). Und so summieren sich die einzelnen Sätze dieses Konzert zu einer breit angelegten Erzählung über Mythen der Vorzeit, religiöse Inbrunst, archetypische Gefühle, bei der Williams sämtliche Register seiner genialen Orchestrierungskunst zieht.
– Marcus Imbsweiler
Der studierte Pianist und Komponist John Williams zählt zu den weltweit bekanntesten, erfolgreichsten und einflussreichsten Filmkomponisten. Besondere Berühmtheit erlangte der mehrfache Oscar- und Grammy-Gewinner durch seine Arbeit für die Regisseure…