Auf die Frage, wie seine Musik denn so klinge, hat Glass offenbar oft geantwortet: »nach New York City«. Die Weltstadt, die niemals schläft, kennt er von vielen Seiten. Obwohl als Musiker und Komponist an den besten Adressen in den USA und Europa ausgebildet, finanzierte er sein Leben lange mit Tagesjobs wie Taxifahrer, Klempner und Umzugsunternehmer. Das Violinkonzert von 1987 wirkt auf den ersten Blick eher konventionell: etwa 25 bis 30 Minuten Aufführungsdauer, drei Sätze mit der Tempoabfolge schnell – langsam – schnell. Doch Glass füllt diese Form mit urbaner Orchestermusik. Über einem steten Puls fügt er kleine Passagen zusammen, stets wiederholt, leicht verändert oder stärker. Die Musik in diesem Konzert ist sanglich, ohne Ohrwürmer zu produzieren, virtuos ohne Artistik und – wie Glass einmal sagte – bewusst gefällig. Ein Konzert, das großes Kino aus kleinsten Elementen zaubert und der hypnotischen Wirkung von beständigem Drive und Wiederholung.
– Thomas Sonner
Philip Glass zählt zu den erfolgreichsten und meistgespielten zeitgenössischen Komponisten weltweit. Seine Opern und Filmmusiken genießen Kultstatus, sein umfangreiches symphonisches Schaffen erreicht ein breites Publikum und mit seinen Ideen hat er…