Mit seinem 1931 in Paris uraufgeführten Ballett »Bacchus et Ariane« schuf der Franzose Albert Roussel ein Meisterwerk der klassischen Moderne – und zugleich einen nostalgischen Rückblick auf die einst spektakuläre Ära der Ballets russes. Zu Orchesterstücken als Suiten Nr. 1 und Nr. 2 umgewandelt, setzte sich das bereits kurz nach der Premiere in Vergessenheit geratene Bühnenwerk über den antiken Mythos erfolgreich im Konzertsaal durch. Insbesondere die zweite Suite – sie zählt zu Roussels bedeutendsten Kompositionen – erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. Einfühlsam und mit großer dramatischer Kraft »erzählt« die Musik vom Wunder der Liebe, die alles Dunkle, Düstere im Leben vertreibt: von der Prinzessin Ariadne, die von ihrem Geliebten verlassen wird, neues Liebesglück findet und als Gattin des Gottes Bacchus (Dionysos) schließlich Unsterblichkeit erlangt. Den Höhepunkt bildet ein rauschendes, orgiastisches Fest, das Roussel mit großer orchestraler Virtuosität entfaltet.
— Irina Paladi
Albert Roussel wirkte als Marineoffizier, bevor er eine musikalische Karriere einschlug. Er studierte bei Vincent d’Indy und unterrichtete später selbst an der Schola Cantorum in Paris, wo unter anderem Erik Satie und Edgard Varèse zu seinen Schülern…