Kaum ein zweites Werk der Orchesterliteratur lässt eine Fantasiewelt so unmittelbar vor unseren Augen und Ohren entstehen wie Felix Mendelssohn Bartholdys Ouvertüre zu Shakespeares »Sommernachtstraum«. Faszinierend ist dabei weniger das erzählerische Programm an sich als vielmehr die Art, wie der pure Instrumentalklang zum Träger der Geschichte wird: Die federleichten Streicherfiguren scheinen zu flirren und zu schweben, Hörner und Holzbläser verleihen den Wesen des Waldes eigene Farben, und überraschende Kontraste zwischen Elfenzauber, höfischer Eleganz und derben Handwerkern sorgen für stetige Abwechslung. Filigrane Rhythmik und prägnante Themen verknüpft Mendelssohn in seinem ganz eigenen »Sommernachtstraum« zu einem transparenten musikalischen Gewebe, das irgendwo zwischen Traum und Wirklichkeit zu schweben scheint. Ein Kunstwerk, das mit scheinbar mühelosen Mitteln eine enorm lebendige Atmosphäre schafft – entstanden, als Mendelssohn gerade einmal 17 Jahre alt war!
— Kerstin Klaholz
Felix Mendelssohn Bartholdy, Sohn eines Bankiers und Enkel des Philosophen Moses Mendelssohn, wurde am 3. Februar 1809 in Hamburg geboren und gilt als einer der bedeutendsten Musiker der Romantik. Als Dirigent setzte er neue Standards, die das…