Robert Schumann: »Szenen aus Goethes Faust«, 3. Abteilung »Fausts Verklärung« für Soli, Chor und Orchester WoO 3

Für Robert Schumann, den Buchhändlersohn aus Zwickau, gehörte Literatur so eng zum Leben, dass er vorübergehend erwog, Schriftsteller zu werden. Goethes Werke kannte er seit seiner Jugend, er las sie regelmäßig, auch den „Faust“. Der „Faust“- Dichtung näherte sich Schumann experimentierend in Etappen, verwarf den Gedanken an eine komplette Vertonung und entschloss sich stattdessen, mit einer großen Szene zu beginnen, die ohne Musik nicht sein kann: mit dem himmlischen Finale, mit Fausts und Gretchens Verklärung. Er komponierte und konzipierte die „Faust-Szenen“ vom Ende her. Franz Brendel, der im November 1844 von Robert Schumann die Redaktion der Neuen Zeitschrift für Musik übernahm, hörte aus der dritten Abteilung der „Faust-Szenen“ die Kirchenmusik der Zukunft heraus. Schumanns Komposition kennt dramatische Elemente, kennt Rezitative, Arien und Ensembles, sie kulminiert in großen Chören und holt, mit der Kraft der Töne, die himmlischen Botschaften ganz nahe an unsere Vorstellung.

Robert Schumann

Robert Schumann, geboren 08. Juni 1810 in Zwickau, wollte eigentlich Pianist werden, musste diesen Plan jedoch wegen einer Handverletzung, die er sich durch exzessives Üben zuzog, aufgeben. Bis 1840 komponierte er ausschließlich Werke für Klavier…

Zu Robert Schumann