Ilona Cudek stammt aus Oberschlesien und kam 1981 nach Deutschland. Bereits unmittelbar nach ihrer Ankunft begann sie ihre schulische Ausbildung am Anton-Bruckner-Gymnasium in Straubing und studierte parallel als Jungstudentin an der Hochschule für Musik und Theater München. Nach vier Jahren nahm sie dort das Vollstudium bei Prof. Heinz Endres auf. Im November 1989 schloss sie ihr Diplomstudium mit der Auszeichnung „Sehr gut mit Auszeichnung“ ab und wurde zur Meisterklasse zugelassen. Als einzige Studentin wurde Ilona Cudek anschließend vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst für ein Stipendium nach Paris ausgewählt. Dort studierte sie bei Prof. Gérard Jarry und trat gleichzeitig als Solistin und Konzertmeisterin des Internationalen Orchesters „Ensemble Internationale de Paris“ auf. Nach ihrer Rückkehr nach München setzte sie ihre Ausbildung in der Meisterklasse fort, die sie 1993 erfolgreich abschloss. Während dieser Zeit war sie bereits als ständige Aushilfe bei den Münchner Philharmonikern tätig. Seit 1990 ist Ilona Cudek Mitglied der Münchner Philharmoniker, seit 1993 als stellvertretende Stimmführerin der zweiten Violinen. In ihrer Laufbahn arbeitete sie als Konzertmeisterin und Musikerin mit zahlreichen international renommierten Dirigenten zusammen, darunter Rudolf Reuter, Sir Colin Davis, Sergiu Celibidache, Leonard Bernstein, Herbert von Karajan und Zubin Mehta. Darüber hinaus konzertierte sie als Solistin mit verschiedenen Orchestern im In- und Ausland. Ihre künstlerische Ausbildung vervollständigte sie in zahlreichen Meisterkursen bei namhaften Musikpersönlichkeiten, unter anderem bei Michael Goldstein, Nathalie Gutman, Max Rostal und Franco Gulli sowie im Bereich der zeitgenössischen Musik bei Harald Genzmer, Hans Werner Henze, Krzysztof Penderecki und Witold Lutosławski. Auch als Kammermusikerin machte sich Ilona Cudek früh einen Namen. Mit ihrem Cudek-Quartett unternahm sie Konzertreisen ins Ausland und gewann den ersten Preis beim Bubenreuther Streichquartett-Wettbewerb. Bei einem Theaterwettbewerb in Nordrhein-Westfalen erhielt sie ebenfalls den ersten Preis. Es folgten Auftritte bei internationalen Festivals und bedeutenden Konzertveranstaltungen, darunter die Münchner Messiaen-Tage, das Deutsch-Französische Musik-Forum und die „Tschechoslowakische Nacht“ in München. Für ihr künstlerisches Wirken wurde sie 1989 bzw. 1990 mit dem Oberschlesischen Künstlerischen Förderpreis ausgezeichnet – als jüngste Geigerin Deutschlands, die diese Auszeichnung erhielt. Zudem ist sie Trägerin der Ehrenmedaille bzw. Ehrenbürgerin der Stadt Landau an der Isar. Neben ihrer Tätigkeit im Orchester und als Solistin widmet sich Ilona Cudek mit großer Leidenschaft der Kammermusik und der Verbindung unterschiedlicher musikalischer Stilrichtungen. Im Jahr 2000 gründete sie gemeinsam mit ihrer Philharmoniker-Kollegin Elke Funk-Hoever das Verdandi-Trio. Darüber hinaus arbeitet sie regelmäßig mit dem Akkordeonisten Enrique Ugarte sowie weiteren renommierten Musikern zusammen. Ihre musikalischen Projekte verbinden klassische Musik mit Tango, slawischer und Roma-Tradition, Jazz, Filmmusik und Elementen der Popkultur. Besonders außergewöhnlich sind ihre eigenen Bühnenprogramme und Faschingskonzerte.