»Ich hätte das Stück nicht besser schreiben können«, urteilte Johannes Brahms nach der Uraufführung von Ernst von Dohnányis frühem Klavierquartett. Nach diesem »Ritterschlag« war eine kompositorische Erfolgsgeschichte geradezu vorprogrammiert. Eines seiner populärsten Stücke schrieb Dohnányi im Alter von nur 25 Jahren: seine Serenade für Streichtrio C-Dur. Nach einem kraftvollen Marsch entfaltet sich in der Romanze ein liedhaftes Thema über Pizzicato-Klängen der Bratsche. Das schräge Scherzo verknüpft die Themen von Scherzo und Trio gegen Ende zu einer meisterhaften Doppelfuge. Der Hauptgedanke des Variationssatzes zeigt eine deutliche Ähnlichkeit zum Scherzo-Thema, während das kontrapunktisch finessenreiche Finale die Agilität des dritten Satzes mit Motiven aus dem Eingangsmarsch zu einem intensiven Kehraus verbindet.
— Martin Demmler
Ernst (Erno) von Dohnányi, ungarischer Pianist und Komponist, war nach Studien in Budapest 1905-15 Lehrer für Klavier an der Musikhochschule Berlin (1908 Professor), dann am Konservatorium in Budapest (1919/20 dessen Direktor), dort auch Dirigent der…