Mieczysław Weinberg

Mieczyslaw Weinberg wurde 1919 in Warschau geboren und galt schon in jungen Jahren als außergewöhnliches Talent am Klavier. Direkt nach seinem Klavierstudium brach der 2. Weltkrieg aus und Weinberg musste als Jude vor den Deutschen aus Warschau fliehen. Seine jüdische Familie blieb zurück und wurde von den Nationalsozialisten ermordet. Erste Station seiner Flucht war das weißrussische Minsk, wo er Komposition studierte. Am Tage nach seiner Abschlussprüfung im Juni 1941 griff die Wehrmacht die Sowjetunion an, und Weinberg musste abermals fliehen – dieses Mal nach Usbekistan, einer der sowjetischen Teilrepubliken, wo er als Korrepetitor an der Oper arbeitete und auch komponierte. Über Umwege erfuhr Dmitrij Schostakowitsch von Weinbergs großer Begabung und besorgte ihm eine Aufenthaltsgenehmigung für Moskau. Weinberg ging 1943 in die sowjetische Hauptstadt, wo er bis zu seinem Lebensende wohnen sollte, und es begann eine enge Freundschaft der beiden Komponisten. Der freischaffend arbeitende Weinberg gehörte zwar nicht zu den Komponisten, die am meisten von der Führung der UdSSR unter Druck gesetzt wurden, aber einige seiner Werke wurden doch auf die Verbotsliste gesetzt. So musste er sich zeitweise durch Film- und Theatermusik ernähren. Mieczyslaw Weinberg war ein äußerst produktiver Komponist. Sein Werkverzeichnis umfasst mehr als 150 Werke; dazu kommen unzählige Kompositionen ohne Opuszahl, zum Großteil für Kino, Theater und Hörspiele.