Der böhmische Komponist Johann Baptist Vanhal war zu Lebzeiten eine feste Größe im Musikleben Wiens: ein gefragter Lehrer und ein von Haydn, Mozart und Beethoven hochgeschätzter Kollege. Dem Stil der italienischen Oper nacheifernd, tritt in seinem Divertimento für Violine, Viola und Kontrabass G-Dur die Geige als glänzende Primadonna auf. Ein Zeitsprung führt ins Jahr 1924, als Paris das Mekka der künstlerischen Moderne war. Zwischen Jazzclub und Avantgarde entstand Sergej Prokofjews Quintett op. 39. Ursprünglich als Musik zu einem Zirkusballett mit dem Titel »Trapez« gedacht, erwies sich die harmonisch und rhythmisch raffinierte, mit ironischen Spitzen gespickte Musik als zu anspruchsvoll für die Tänzer. Prokofjew reagierte pragmatisch und machte daraus ein Kammermusikwerk von scharfem Witz. Dave Andersons Quintett ist dazu eine spannende Ergänzung aus der Gegenwart. Der Solo-Bassist des Louisiana Philharmonic Orchestra knüpft bewusst an Prokofjews ungewöhnliche Besetzung an und verbindet seinen klassischen Hintergrund mit seiner großen Leidenschaft für den Jazz.
Karten ab 1. Juni 2026
Preise: 25 €; U30: 11 €