Mieczysław Weinberg entkam nur knapp dem Holocaust, indem er sich im letzten Moment aus Warschau in die Sowjetunion rettete. Doch dort geriet er später in eine der Stalin’schen Verfolgungswellen und landete 1950 wegen »zionistischer Aktivitäten« für einige Zeit im Gefängnis. Weinberg war Schüler und enger Freund Dmitrij Schostakowitschs, der ihn großzügig förderte und unterstützte. Das 1945 entstandene Streichtrio op. 48 ist eine Art Tanzsuite. Die musikalischen Traditionen an seinen Wohnorten in Polen, Russland und Usbekistan dienten Weinberg dabei vermutlich als Inspirationsquelle. Die tänzerischen Elemente sind allerdings stets gepaart mit schwermütigen, elegischen Passagen.
— Martin Demmler
Mieczyslaw Weinberg wurde 1919 in Warschau geboren und galt schon in jungen Jahren als außergewöhnliches Talent am Klavier. Direkt nach seinem Klavierstudium brach der 2. Weltkrieg aus und Weinberg musste als Jude vor den Deutschen aus Warschau…